Startseite/ Duisburg kapituliert vor Internet - Loveparade-Dokumente immernoch im Umlauf
Merkliste (0)Duisburg manövriert sich immer tiefer in die Unglaubwürdigkeit. Schon die schlechte Kommunikation mit der Öffentlichkeit, im Bezug auf die Katastrophe bei der Loveparade am 24. Juli 2010, ließ den Unmut der Bürger wachsen. Nun ist ein vertrauliches Dokument im Internet aufgetaucht, welches auf 300 Seiten Informationen über Zuständigkeiten während der Organisation des Mega-Events behandelt. Duisburgs Reaktion war der Versuch der Vertuschung, durch eine einstweilige Verfügung gegen das Blog welches für die Verbreitung verantwortlich war. Nun resigniert die Stadt im Kampf gegen das Internet.
Im Zeitalter der sozialen Netzwerke machen interessante Inhalte schneller die Runde als ein Lauffeuer. Besonders wenn es das derzeitige Top-Thema Loveparade 2010 betrifft. Xtranews, ein Blog, welches sich zur Aufgabe gemacht hat „schneller als andere“ zu sein, wurde mit der Veröffentlichung eines umfangreichen Dokumentes aus dem Duisburger Rathaus, in welchem Oberbürgermeister Sauerland und seine Angestellten nicht immer gut dastanden, in der letzten Woche zum Star der Communities. Grund genug für die Stadt Duisburg, allen voran Adolf Sauerland, gegen das Portal eine einstweilige Verfügung zu erwirken und den Blog-Eintrag damit zu eliminieren. Grund war ein Verstoß gegen das Urheberrecht.
Vertrauliche Loveparade-Dokumente per Google-Suche
Doch hatte die Stadt kaum damit gerechnet, dass zahlreiche User nicht nur den Inhalt verstreuten, sondern das Dokument auch an anderer Stelle zum Download bereitstellten. So kann man, selbst wenn man kaum vertraut ist mit sozialen Medien, durch einfache Google-Suche relativ schnell an die verheißungsvollen Unterlagen gelangen.
Die Stadt begründete ihre extreme Reaktion damit, dass in den Unterlagen jegliche Namen und Kontaktdaten der beteiligten Mitarbeiter öffentlich sichtbar sind. Ein guter Grund, bedenkt man, dass gegen diverse Angestellte und natürlich Adolf Sauerland selbst bereits Drohungen der Gewaltanwendung bis hin zum Mord eingegangen sind. Jedoch ist auch das gesteigerte Interesse der nach Aufklärung dürstenden Menschen an eben solchen Informationen sehr gut nachvollziehbar.
Seit mehr als drei Wochen schon, hüllen sich Bürgermeister Sauerland und die gesamte Stadt in Schweigen über Zuständigkeiten bei der Organisation der Techno-Party, die 21 Tote gefordert hat. Die laufenden Ermittlungen zum Tatbestand werden als Grund hervor gebracht. Doch Unwissenheit generiert Wut, welche sich in haltlose Anschuldigungen, öffentliche Hetze und eben auch Morddrohungen gegen potenzielle Schuldige entlädt.
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