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Stellungnahme der RUHR.2010 zur Duisburger Loveparade-Tragödie zweifelhaft

Stellungnahme der RUHR.2010 zur Duisburger Loveparade-Tragödie zweifelhaft

 
Essen , Di. 27.07.2010, Autor: voßnacke
 

Während sich die offiziellen Organisatoren der Loveparade gegenseitig anzeigen, Schuldzuweisungen erst den Besuchern des Spektakels selbst und dann der Polizei zuschieben, und niemand eine klare Antwort geben kann, melden sich die beiden Geschäftsführer der RUHR.2010 Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt zu Wort. Obwohl eben jene beiden Herren im Vorfeld die wohl härtesten Verfechter einer Durchführung der Loveparade waren, klingen sie jetzt erstaunlich unbeteiligt.

3 Tage sind seit der Tragödie in Duisburg bei der Loveparade 2010 vergangen – 3 Tage, in denen man von allen Seiten nichts als Schuldzuweisungen, Ausreden und Aussageverweigerungen seitens der Verantwortlichen hört. Nun gab es auch eine offizielle Stellungnahme von RUHR.2010 Geschäftsführer Fritz Pleitgen und seinem Kollegen Oliver Scheytt. „Wir dürfen jetzt nicht aufgeben“ ist das Credo. Damit meint Herr Pleitgen selbstverständlich unsere Rolle als Kulturhauptstadt. Zu den Vorfällen äußern sich beide mit Bestürzung, aber eine tatsächliche Teilhabe an der Loveparade 2010 wollen sie nicht gehabt haben – diese sei eher ideeller Natur gewesen, wie es in der offiziellen Mitteilung auf der Homepage der RUHR.2010 heißt.

Nun, soweit mag das stimmen. An der tatsächlichen Organisation, Konzeption und auch finanziell gab es keine Beteiligung der RUHR.2010, da die Loveparade eine von der eigenen Veranstaltungs-GmbH Lopavent und der jeweiligen Stadt organisierte Veranstaltung ist. Wie viele anderen Events auch, bei denen RUHR.2010 nicht Verantwortlicher war, stand die Loveparade dennoch im Kalender der Kulturhauptstadt – sogar als sogenanntes „Leuchturmprojekt“.

Niemand hat gesagt "ihr müsst!"

Weiterhin distanziert man sich von dem Vorwurf, man hätte der den Organisatoren das Gefühl gegeben „ihr müsst!“. Erinnern wir uns zurück an den Anfang des Kulturhauptstadtjahres: Im Januar bereits kündigte Duisburg an, die Loveparade, genau wie Bochum im Vorjahr, aufgrund finanzieller Probleme abzusagen. Gegenüber der WAZ sagte daraufhin Dieter Gorny, künstlerischer Direktor bei der RUHR.2010: „Es gibt keine bessere Gelegenheit, sich international zu blamieren, als wenn man diese Chance verpasste.” und bestärkt seine Absichten weiterhin durch die Aussage: „Wir wollen die Veranstaltung und alle Kraft einsetzen, sie zu retten!”. Welche Kräfte hat die RUHR.2010?

In einer weiteren Stellungnahme zum nun fortdauernden „Streit“ um die Loveparade 2010 äußerte sich auch Fritz Pleitgen am 9. Februar gegenüber der Presse. Während Mitglieder des Stadtrates in Duisburg, namentlich Vertreter der FDP und SPD, alles daran setzten, eine Finanzierung mit städtischen Geldern zu verhindern, will Herr Pleitgen in jedem Fall die Loveparade im Kulturhauptstadtjahr. Es müssen „alle Anstrengungen unternommen werden, um dieses Fest der Szenekultur mit seiner internationalen Strahlkraft auf die Beine zu stellen“, lässt er verlauten.

Irgendwann sprang der Funke über

Sicher sah man auch in Duisburg eine potenziell positive Wirkung der Loveparade auf das Image der Stadt und der gesamten Region, doch konnte man im Februar zumindest noch von einer realistischen Herangehensweise reden. Der Druck, als Bumann, als Versager oder Spielverderber dazustehen, hat den „Funken überspringen lassen“, wie Fritz Pleitgen es oft so schön formuliert, um am Ende in Duisburg auch ein bisschen dem Größenwahn zu verfallen.

-de-
 

 


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