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Verdummung gegen Gebühr?

Studenten wehren sich gegen Lernbedingungen

 
Bildung und Wissenschaft , Deutschland , Mi. 11.11.2009, Autor: schlanstedt
 
Deutschland, das Land der Dichter und Denker. Für viele Studenten ist dies nur noch ein angestaubter Slogan aus längst vergangenen Zeiten. Die Gegenwart an Deutschlands Hochschulen sieht düster aus – und die Studenten sorgen sich um ihre Zukunftschancen. Das wollen sie sich nicht länger gefallen lassen.
© Universität Duisburg-Essen
© Universität Duisburg-Essen
 

Die zentralen Hörsäle der beiden Standorte der Universität Duisburg-Essen sind mit Studenten voll besetzt. Doch diesmal sitzen sie nicht ruhig und besonnen in den Stuhlreihen und lauschen ihrem Professor, diesmal machen die Lernwilligen ihrem Unmut Luft. Sie demonstrieren gegen die schlechten Bedingungen an Deutschlands Akademien, gegen Studiengebühren, für mehr Mitbestimmung und gegen das ungenügende Bachelor- und Masterstudium.

Der sogenannte Bologna-Prozess, der die Schaffung eines einheitlichen Hochschulwesens in Europa vorsieht, wird heftig kritisiert. Die einstigen Diplom- und Magisterabschlüsse in Deutschland galten lange als Prädikat, vergleichbar mit dem Qualitätssiegel „Made in Germany“. Durch die Bachelorstudiengänge und den folgenden Master haben sich Deutschlands Studenten verschlechtert. Die Studiengänge sind kurz, vermitteln somit wenig Wissen, und vor allem sind sie sehr steif. Gestaltungsfreiheit ist kaum mehr gegeben. Heftigster Kritikpunkt ist der anhängende Master, ohne den ein Bachelorstudium quasi ohne Wert ist. Doch Masterstudiengänge sind begrenzt und oft sehr teuer.

An elf weiteren Hochschulen haben Proteste begonnen. In Mönchengladbach, Münster, Paderborn, Potsdam, Heidelberg, München, Greifswald, Dresden, Tübingen, Marburg und Darmstadt setzen sich die Studenten ebenfalls für ihre Zukunftschancen ein – und damit auch für die Zukunft nachfolgender Generationen. Auch Schüler beteiligen sich an den Protesten und machen auf teils unzumutbare Bedingungen aufmerksam. Sie beklagen marode Gebäude, überforderte Lehrer und überfrachtete Stundenpläne, was durch die Verkürzung auf 12 Jahre bis zum Abitur noch verschlimmert wurde.

Die Politik reagiert nicht. Bereits im Sommer gab es groß angelegte Proteste, Reaktionen, oder gar Verbesserungen, gab es bisher keine. Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sieht keinen Anlass von den bisherigen Studienmethoden abzurücken. Und das obwohl sich bereits vielerorts die Professoren den Protesten ihrer Studenten angeschlossen haben.


-sos-
 

 

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