Startseite/ Tag 4 nach der Tragödie Loveparade - Erste Ergebnisse der Untersuchungen und das 21. Opfer
Merkliste (0)Erste Resultate der Ermittlungen, Obduktionsergebnisse und das 21. Opfer, welches den Folgen der Loveparadekatastrophe erliegt – Tag 4 nach der Tragödie in Duisburg. Gerade erst wurde in Düsseldorf die Pressekonferenz beendet, auf der Innen- und Kommunalminister Ralf Jäger und Inspektor der Polizei NRW Dieter Wehe erste Ermittlungsergebnisse preisgaben. Auch wurde heute dank der Obduktion der Leichen bekannt, dass alle Opfer aufgrund von Brustquetschungen und nicht wegen Stürzen gestorben sind. Diese Nachrichten bringen ein wenig Licht ins Dunkel – der 21. Tote wirft allerdings einen neuen Schatten.
Die erste Nachricht des Tages schockiert: Die Loveparade 2010 in Duisburg forderte nunmehr 21 Tote. Eine 25-jährige Frau überlebte die Verletzungen, die sie aufgrund der Massenpanik am Samstag erlitten hatte, nicht und starb in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Auch die Zahl der Verletzten stieg seit der ersten Einschätzung von 340 auf über 500 an. Das schreckliche Ausmaß scheint kein Ende zu nehmen.
Ein wenig Erleichterung bringen allerdings die Informationen, dass die Suche nach den Schuldigen tatsächlich in vollem Gange ist. Wie Obduktionen der ersten 20 Toten zeigten, starben diese allesamt an Brustquetschungen. Damit ist klar: Auf der Pressekonferenz am Sonntagmittag wurde knallhart gelogen, um sich aus der Affäre zu ziehen. Einhellige Meinung der Verantwortlichen für die Loveparade 2010 war, dass die Menschen auf eine abgesperrte Treppe kletterten und abstürzten – demnach wären sie selbst Schuld an ihrem Unglück gewesen.
Auch in den Auswertungen des Bild- und Videomaterials, der Zeugenaussagen und anderer Quellen einer eventuellen Wahrheit darüber, wie es zu dem Geschehen auf der Loveparade in Duisburg kommen konnte, bringt erste Ergebnisse. So vermeldeten Innen- und Kommunalminister Ralf Jäger und Inspektor der Polizei NRW, Dieter Wehe, während der heutigen Pressekonferenz in Düsseldorf, dass der Veranstalter Lopavent stark in Verdacht stehe, Vereinbarungen nicht eingehalten und seinem Anspruch, das Gelände in Eigenregie zu sichern, nicht entsprochen zu haben. Angeblich war die Polizei nur dafür zuständig, die Besucher sicher zum Gelände des alten Güterbahnhofes zu begleiten. Ab dem Tunneleingang hätten die von der Lopavent eingestellten Sicherheitskräfte übernehmen müssen. Diese aber riefen gegen 15:30 Uhr die Polizei um Hilfe, da sie der Situation nicht mehr gewachsen waren.
Außerdem sollte das Gelände viel früher geöffnet werden, um einen Rückstau zu vermeiden. 11 Uhr war angedacht, 10 Uhr bei starkem Andrang – die Tatsächliche Öffnung fand erst wenige Minuten nach 12 Uhr statt, weshalb schon vor Beginn der Veranstaltung vor dem Tunneleingang gedrängelt wurde, dass es zu Angst und Luftknappheit einiger Besucher kam.
Ob es nun die Polizei ist, die wie schon vorher Lopavent selbst, einen potenziellen Schuldigen nennt, um von der eigenen Verantwortlichkeit abzulenken, werden die weiteren Untersuchungen klären.
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