Zwei Monate nach der Loveparade-Tragödie und zwei Wochen nach dem im Stadtrat gescheiterten Abwahlverfahren für Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, sind die Wogen in Duisburg längst nicht geglättet. Jetzt greift offenbar Stadtdezernent Jürgen Dressler seinen „Chef“ OB Sauerland offen an – und spricht aus, was vielleicht viele im Duisburger Rathaus denken. Indes scheint sich in Düsseldorf für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Landtags keine realistische Mehrheit zu bilden.
Kein Rücktritt, kein Bürgerentscheid, keine Abwahl: Keine Überraschung in Sachen Abwahlverfahren von OB Sauerland! Wie im Vorfeld erwartet, fand sich im Rat keine Zweidrittelmehrheit, die sich dazu durchringen konnte, das Stadtoberhaupt zu kippen. Damit bleibt Sauerland bis auf Weiteres im Amt.
Was ist bloß mit Duisburg los? Im Jahr 2010 jagt hier ein Fauxpas den nächsten. Nachdem der Wirbel um die Loveparade-Katastrophe sich einigermaßen gelegt hat und nicht täglich neue Meldungen über Beschuldigungen oder das unprofessionelle Verhalten der Loveparade.Verantwortungsträger die Runde machen, schafft es Duisburg immer noch, in einer gewissen Regelmäßigkeit den Peinlichkeits-Vogel abzuschießen. Aktuell dreht sich alles um die Gedenkstele für die Opfer.
Es kommt Bewegung in die Aufklärung der Katastrophe, die sich vor einem Monat auf der Loveparade 2010 in Duisburg ereignete und 21 Tote gefordert hat. In absehbarer Zeit werden womöglich erste Ergebnisse der Staatsanwaltschaft und der Stadt Duisburg bekannt gegeben. Medienberichten zufolge gingen nun auch mehrere Strafanzeigen in Richtung der RUHR.2010 Geschäftsführung.
Noch immer nimmt der Drang nach Aufklärung der Tragödie, die sich auf der am Samstag stattfindenden Loveparade zugetragen hat, nicht ab. Im Gegenteil: immer mehr Fragen werden laut, die jeglicher Beantwortung seitens der Verantwortlichen entbehren. 19 Menschen wurden getötet, mehr als 340 weitere zum größten Teil schwer verletzt. Nicht die Zahl der Opfer - die in jedem Fall zu hoch ist -, sondern die Umstände machen die Geschehnisse zu einem beispiellosen Drama. Eine Party - ein Ereignis, das vor 20 Jahren die Freiheit der Liebe demonstrierte, wurde dank fehlender Organisation und Gier nach Image und dem damit verbundenen Geld zu einer Todesfalle.
Es sollte die „größte Party der Welt“ werden und endete in einer Tragödie: Die Loveparade 2010 mit 19 Toten und über 340 Verletzten beschäftigt die die Menschen rund um den Globus. Eine Augenzeugin berichtet exklusiv für Ruhrportal, wie sie die dramatischen Ereignisse und die überfordert scheinende Organisation des Megaereignisses erlebt hat.
Nach der Massenpanik mit mindestens 19 Toten und mehr als 400 Verletzten bei der LOVEPARADE 2010 in Duisburg hat die Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen begonnen. Augenzeugen äußerten scharfe Kritik an der Polizei sowie den Sicherheitsvorkehrungen bei der Veranstaltung. Behörden weichen Fragen aus, rechtfertigen ihr Handeln und spielen die Anzahl der Besucher herunter.
Die letzten Loblieder auf das grandiose Still-Leben Ruhrschnellweg sind noch nicht verklungen, da kündigt sich auch schon das nächste Massenspektakel im Ruhrgebiet an. Und diesmal wird es laut, sehr laut, wenn die wummernden Bässe treibender Techno-Sounds über Duisburg flirren: Die Loveparade 2010 – selbsternannte „größte Party der Welt“ – lockt wohl rund eine Million Raver und Schaulustige aus ganz Europa. Doch die Sorgen im Vorfeld steigen, ob Duisburg dem Massenansturm logistisch gewachsen sein wird.
Mehr als drei Monate nach dem verheerenden Unglück auf der 19. Loveparade in Duisburg, bei dem 21 Menschen ihr Leben verloren, 500 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden und wiederum tausende noch immer mit den traumatischen Erlebnissen zu kämpfen haben, konnte bisher keinem die Verantwortung für die Entschädigung der Opfer zugetragen werden. Grund genug selbst tätig zu werden, finden Dr. Motte und seine Mitstreiter und gründen die Love-Stiftung.
Duisburg manövriert sich immer tiefer in die Unglaubwürdigkeit. Schon die schlechte Kommunikation mit der Öffentlichkeit, im Bezug auf die Katastrophe bei der Loveparade am 24. Juli 2010, ließ den Unmut der Bürger wachsen. Nun ist ein vertrauliches Dokument im Internet aufgetaucht, welches auf 300 Seiten Informationen über Zuständigkeiten während der Organisation des Mega-Events behandelt. Duisburgs Reaktion war der Versuch der Vertuschung, durch eine einstweilige Verfügung gegen das Blog welches für die Verbreitung verantwortlich war. Nun resigniert die Stadt im Kampf gegen das Internet.