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Einen Einblick in die Kinoszene am Bosporus gibt die türkische Filmwoche in Essen

Türkische Filmwoche in Essen

 
Essen , Sa. 23.10.2010, Autor: voßnacke
 

In den letzten fünf Jahren bahnt sich das türkische Kino in rasantem Tempo einen Weg in die Herzen internationaler Cineasten. Trotz der vielen Produktionen in den vergangenen Jahren ist es dennoch fast ausschließlich auf Festivals möglich, in den Genuss der Werke türkischer Filmemacher zu kommen. Als Kooperation mit der ebenfalls als Kulturhauptstadt 2010 gekürten Stadt Istanbul, findet nun in Essen die türkische Filmwoche statt, auf welcher nicht nur die Highlights der letzten Zeit sowie einige Premieren zu sehen sind, sondern auch Dokumentarfilme türkischer Herkunft.

Das Jahr der Kulturhauptstadt RUHR.2010 nähert sich dem Ende und noch immer gibt es Menschen, die nicht wissen, dass mit dem Ruhrgebiet, die ungarische Stadt Pecs und die türkische Millionenmetropole Istanbul ebenfalls den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2010 führen dürfen. Zahlreichen Kooperationen mit beiden Städten wirken nicht nur exakt diesem Umstand entgegen, sondern geben auch der Vielfältigkeit der drei so unterschiedlichen Kulturen einen Raum zur Vernetzung.

Lichtburg in Essen als Schauplatz der türkischen Filmwoche

Am Sonntag beginnt in der Essener Lichtburg sowie dem Katakomben Theater die türkische Filmwoche im Ruhrgebiet. Themen der gezeigten Werke sind unter anderem die Positionierung von Frauen in der Gesellschaft wie auch der Familie, moralische Werte und zwischenmenschliche Verhältnisse, Schuldbewusstsein, Lügen, Verzweiflung und Rache. Besonders gespannt ist man bereits auf die Weltpremiere „Mahpeyker: Kösem Sultan“, welcher die Geschichte der mächtigsten Frau des osmanischen Reiches erzählt.

Andere Highlights sind Derviş Zaims „Nokta“ (Der Punkt), welcher durch seine besondere Bildsprache brilliert oder der Film „Vavien“ der Gebrüder Durul und Yağmur Taylan, der im letzten Jahr noch zu den besten türkischen Produktionen gekürt wurde. “Kosmos” wurde in Kars, einer Grenzstadt in Anatolien gedreht, jedoch ist die märchenhafte Geschichte weit entfernt von Ort und Zeit. Der populärste Regisseur des neuen türkischen Filmes, Çağan Irmak, zieht mit seinem Film “Karanlıktakiler” (In der Dunkelheit), ein etwas beängstigendes und manchmal auch komisches Psychoduell zwischen Mutter und Sohn, seine Zuschauer wieder in den Bann.

Auch Dokumentarfilme und Kurzfilm-Highlights begeistern das Ruhrgebiet

Neben den Spielfilmen werden jedoch auch die dokumentarischen Werke berücksichtigt, welche in einem separaten Programm des Katakomben-Theaters im Giradethaus gezeigt werden. Hierbei bekommt man Einblicke in ein zeitgenössisches Istanbul, in das Leben in einem berühmten Kloster der Mevlevi Derwische und in die Kalligraphiekunst der islamischen Kultur. Weiterhin wird der Film „Ifakat“ gezeigt welcher weit ab von Istanbul von Frauen erzählt, die am schwarzen Meer leben und deren traurige und harte Geschichte im Kampf mit der Natur.

Vor den einzelnen Filmen werden auch Kurzfilm-Highlights aus der jungen türkischen Filmszene gezeigt, die einen Einblick in derzeitige Trends geben und den Eindruck untermalen, dass das Land welches Asien mit Europa verbindet, auf dem Weg in die Filmkunsttheater der Welt ist.

-de-

 

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