Der Pfusch beim U-Bahn-Bau in Köln und Düsseldorf schockiert das Land. Das NRW-Verkehrsministerium ordnete nun landesweit eine grundlegende Überprüfung aller U- und Straßenbahnbauten der letzten Jahre an – viele davon auch im Ruhrgebiet.
Insbesondere die Projekte des Baukonzerns Bilfinger Berger stehen dabei im Fokus. Er steht im Verdacht, den Kölner U-Bahn-Bau, der letztendlich zum Einsturz des Stadtarchivs in der Domstadt führte, sowie Düsseldorfer U-Bahn-Projekte fehlerhaft durchgeführt und Bauprotokolle manipuliert zu haben. Die Stadt Düsseldorf erstattete bereits Strafanzeige.
Präventiv sind nun auch die großen Revierstädte aufgefordert, der Bezirksregierung Düsseldorf alle zweifelhaften Bauprojekte im U- und Straßenbahnbereich sogar der letzten 40 Jahre mitzuteilen. Die zuständige Aufsichtsbehörde will zunächst vor allen Dingen Einblick in die Bau- und Messprotokolle nehmen. Auch Tunnel und Brücken sollen unter die Lupe genommen werden, um etwaige Risiken und Gefährdungen aufzudecken.
Viel Arbeit für die Revierstädte
In den Großstädten des Ruhrgebiets sorgt die Weisung von „ganz oben“ für Aufruhr. So hat in Essen der skandalumwitterte Bauriese Bilfinger Berger zum Beispiel an der U-Bahn und dem Einkaufszentrum Limbecker Platz mitgebaut. Auch in Dortmund wirkte Bilfinger Berger Anfang der 1990er-Jahre an der Fertigstellung einer 700 Meter langen U-Bahn-Strecke und auch beim Tunnelbau der B 236 mit. Einzelne Projekte werden auch in Gelsenkirchen, Witten und Wesel kontrolliert. Dies bedeutet für die Kommunen und zuständigen städtischen Bauämter vor allem viel Arbeit.
U-Bahn-Bauten im Revier gelten als sicher
Die Verantwortlichen in Essen und Dortmund betonen jedoch einhellig, dass die Bauten in ihren Städten allesamt sicher seien. Natürlich würden die Pläne und Protokolle zur Zeit noch einmal alle auf etwaige Mängel abgeklopft, doch die Bauaufsicht habe seinerzeit schon die Sicherheit und Statik genauestens in Augenschein genommen, versichern Sprecher der Städte und Verkehrsbetriebe einhellig. Eine nachträgliche Vor-Ort-Kontrolle der Bauten sei zudem äußerst aufwändig. Doch Sicherheit geht auch und gerade im Ballungsraum Ruhrgebiet in jedem Fall vor.
-tv-
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