Startseite/ 500 Freiwillige sollen dem WDR einen reibungslosen Eurovision Song Contest sichern
Merkliste (0)Auch in 2011 darf sich Deutschland wieder "irgendwie zusammener" fühlen. Für Lenas Titelverteidigung in der Düsseldorfer Esprit-Halle laufen die Planungen auf Hochtouren. Es fehlen nur noch 500 junge Menschen, die ohne Bezahlung für den reibungslosen Ablauf des Groß-Events sorgen sollen. Denn trotz eines Aufwands von 25 Millionen, kann der WDR offenbar nicht seine Helfer entlohnen. Die Generation Praktikum ist einen Schritt weiter.
Schon vor Jahren hatte sich Entertainer Stefan Raab in den Kopf gesetzt, den Eurovision Song Contest in Deutschland wieder zu einem angesagten Ereignis zu machen. Mit „Uns Lena“ gelang ihm im letzten Jahr endlich das Vorhaben und Deutschland feiert seit dem einen weiteren Grund für das „Wir-Gefühl“.
Nun geht die Freude auch in 2011 weiter: Im TV wird bald der Song gesucht, mit welchem Lena den Titel für Deutschland vertreten soll und das WDR plant die Austragung der Großveranstaltung rund um das Finale in der NRW Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Tickets für das Finale sind selbstverständlich bereits ausverkauft.
Die Meinungen über den Sinn und angemessenen Aufwand für eine Veranstaltung wie diese gehen stark auseinander. Besonders seit der Meldung über die Suche von 500(!) Freiwilligen, mit denen der Mega-Event in der Düsseldorfer Esprit-Halle überhaupt ermöglicht werden soll.
Gesucht: junge motivierte Menschen ohne Anspruch auf Bezahlung
Gesucht werden junge Menschen ab 18 Jahren, die für diverse Aufgaben rund um die Gäste- und Künstlerbetreuung, Fahrdienste oder Beratung im Pressecenter geeignet sind. Ansprüche sind mindestens Deutsch- und Englisch-Kenntnisse und optimalerweise weitere Fremdsprachen, Spaß an der Arbeit mit Menschen und der Bereitschaft in einem Zeitraum von 6 Tagen ohne jegliche Bezahlung zur Verfügung zu stehen.
Bereits bei der RUHR.2010 gehörte die Anwesenheit von eindeutig markierten, in hellblau gekleideten Volunteers zu jeder Veranstaltung dazu. Woher die mehr als 1500 Menschen kamen, die für ein bisschen Lob und Spaß an der Sache ihre Zeit in anderer Menschen Geldbeutel investieren, fragen sich noch immer viele. Die Generation Praktikum ist offenbar einen Schritt weiter: Nun ist es nicht die Referenz oder die Erfahrung, um im Beruf weiter zu kommen, für die man ackert, sondern das gute Gefühl dabei gewesen zu sein.
25 Millionen Euro reichen wohl nicht?
So jedenfalls gedenkt der WDR die 25 Millionen Euro, die es für die Veranstaltung ausgeben möchte, in die „wichtigen“ Komponenten zu investieren, die einen reibungslosen Ablauf des Jahres-Events gewährleisten. Was man durchaus verstehen kann, denn kaum wird sich auch nur eine der vielen hundert Lichtanlagen, die so ein Event in jedem Fall braucht, dazu überreden lassen, nur für den Spaß an der Sache mit ihren 30000 Watt zu powern.
Und da „dabei sein“ alles ist, lässt man die Zuschauer natürlich auch nicht bis zum Mai warten, wenn zwei Halbfinalshows und die Titelverteidigung beim Finale wieder die Gespräche aller beherrschen. Nein, man sucht natürlich vorher noch ein neues Lied, mit dem Deutschland einen weiteren Sieg davon tragen soll. Die Shows, bei denen Stefan Raab mal wieder als Chef der Jury Songwriter-Talenten eine Bühne gibt, werden bereits am 31. Januar und 7. Februar auf Pro Sieben übertragen. Das Finale, bei welchem Deutschland sich per SMS für einen neuen Song entscheidet, zeigt das ARD live am 18. Februar.
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