(pm/sw) „Weil sie es uns wert sind…“ – Dieser Titel sei bewusst doppeldeutig gewählt, erklärt Christa Beermann, Demografiebeauftragte des Ennepe-Ruhr-Kreises: „Sie – damit sind sowohl die Älteren gemeint, die zu Hause leben und gut versorgt sein wollen. Es sind aber auch die hier potenziell arbeitenden Frauen gemeint, deren Arbeit uns etwas wert sein sollte.“ Es solle klar werden: Damit beide zum Zuge kommen, gäbe es Verantwortung für Angebote und akzeptable Arbeitsbedingungen.
Aufforderung zum Handeln
Das Problem: Technische Dienstleistungen werden eher als Arbeit erkannt. Wenn es um Beraten, Begleiten und Zuwendung geht, dann muss sich erst noch herumsprechen, dass auch solche Arbeit Geld wert ist. Wie hart die Realität ist, wird Bettina Hieming in ihrem Vortrag „Das bisschen Haushalt ist doch (k)ein Problem“ deutlich machen. Die Fachfrau vom Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen geht auf das Entlohnungs- und Bewertungssystem typischer Frauenarbeitsplätze ein.
Bereits Anfang des Jahres hatte das Netzwerk W eine Analyse durchgeführt und den Bereich „Frauenarbeit im Privathaushalt in einer älter werdenden Gesellschaft“ beleuchtet. „Die Ergebnisse der Recherchen und Befragungen waren ernüchternd und zugleich eine dringende Aufforderung zum Handeln“, so Beermann.
Die Veranstaltung soll genutzt werden, um die Diskussion darüber, wie Konzepte im Ennepe-Ruhr-Kreis aussehen müssen und wie Verantwortlichkeiten zu regeln sind, anzustoßen. Zu dieser Zielsetzung passt auch die Ausstellung „Bodenpersonal - putzen kann jede(r)?“ des Zentrums für Frauen-Geschichte Oldenburg. Müllsäcke, Fensterleder, Klobrillen und PVC-Fliesen vermitteln „waschechte Wahrheiten“.