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RUHR.2010 präsentierte Wiegenlieder in der Mercatorhalle Duisburg

Wiegenlieder in der Duisburger Mercatorhalle

 
Duisburg , Di. 02.11.2010, Autor: voßnacke
 

Am vergangenen Wochenende gab sich das Revier in der Duisburger Mercatorhalle in allen erdenklichen Formen dem Wiegenlied hin. Lieder, vom „Lalelu“ über „Uyusun da büyüsün ninni“ bis hin zum „Rock-a-bye-baby“ brachten das Publikum, welches dem Kindesalter längst entwachsen ist, in selige Träume oder auch zum Mitsingen.

Jede Kultur auf dieser Welt verbindet, dass die erste musikalische Erfahrung eines Menschen, die Wiegenlieder der Mutter sind. In jeder Sprache gibt es sie, die sanften Melodien mit den kindlichen Texten, die das Entschlummern zu einem schönen Erlebnis machen. Und selbst wenn es Jahrzehnte zurückliegt, kann jeder mitsingen, wenn die Lieder seiner Kindheit angestimmt werden. Ein ganzes Wochenende wurde dem Wiegenlied nun in Duisburg gewidmet. Das RUHR.2010-Projekt beinhaltete neben Mitsingkonzerten, Sleep-Ins und einer Lieder-Matinee auch Symposiumsbeiträge und Ausstellungen in Foto und Film.

Wovon erzählen Wiegenlieder?

Haben Sie schonmal ein Wiegenlied hinterfragt? Wovon es erzählt? Welcher Moral es zugrunde liegt? Welche Bedeutung hat es für den Kulturkreis, in welchem es entstanden ist? Und ist das Wiegenlied überhaupt noch aktuell? All diese Fragen wurden am 30. und 31. Oktober versucht zu beantworten, ob über Vorträge, Bilder oder das pure Erleben der Musik selbst.

Das vielfältige Programm der Veranstaltung

Gestartet hatte die Veranstaltung mit einem Mitmachkonzert der besonderen Art. Das Männer-Vokalensemble Vokus Fokus stimmte an, das Publikum sang mit und bekam ein angenehmes Déjà-vu Erlebnis. In einem inszenierten Weltmusikkonzert am Samstag Abend, zeigte das Živeli Orkestar aus Paris und die Sängerinnen Suzanna Djordjevic, Şevval Sam, Natasa Mirkovic und Sandy Lopicic ein musikalisches Spiel um die Situation der Arbeiterfrauen aus anderen Kulturen, die sich während der Hochzeit der Industrialisierung im Ruhrgebiet ansiedelten, ihrer Sehnsucht nach der Heimat und der Liebe zu ihren Kindern.

Am Sonntagmorgen musizierte ein Liedermatinee mit Ingeborg Danz und Michael Gees auch die kleinen Besucher in wohlige Welten. Am Nachmittag drehten sich die Lieder des Polyphonie-Ensembles um die Wiegenlieder dieser Welt und am Abend folgte das Orchesterkonzert mit den Duisburger Philharmonikern, Salome Kammer und Günes Gürle. Von Nachtstücken, Berceusen und Traummusiken bis hin zu einer Wiegenlieder-Suite für großes Orchester - es geht auch anders als sanft und schön: nämlich ebenso witzig, frech und ironisch.

 

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